Grenzwerte im Unendlichen bei Funktionen
Wie wir das Verhalten von Funktionen am Rand des Darstellbaren präzise fassen.
In diesem Beitrag schauen wir uns an, wie sich Funktionen verhalten, wenn wir auf der x-Achse immer weiter nach rechts oder links gehen. Oft strebt eine Funktion dabei einem festen Wert zu, auch wenn sie ihn vielleicht nie ganz erreicht. Wir wollen dieses Bild nun mathematisch wasserdicht machen.
Grenzwert einer Funktion im Unendlichen
Intuition

Stell dir vor, du fliegst in einem Raumschiff entlang der x-Achse in Richtung Horizont. Je weiter du fliegst, desto enger wird der unsichtbare Tunnel um eine bestimmte Zielhöhe auf der y-Achse. Egal wie schmal ich diesen Tunnel wähle (das ist unser ), du wirst ab einer bestimmten Distanz (das ist unser ) für immer innerhalb dieses Tunnels bleiben. Ein Ausbrechen ist nicht mehr möglich.
Definition
Beispiel

Betrachte die Funktion für . Wenn wir als Fehlertoleranz vorgeben, können wir die Schranke wählen. Für alle gilt dann sofort . Die Funktion konvergiert gegen den Grenzwert .
Gegenbeispiel
Die Sinusfunktion hat keinen Grenzwert für . Sie pendelt ewig zwischen und hin und her. Wenn wir eine Zielhöhe von vermuten und einen Tunnel der Breite vorgeben, gibt es unabhängig von der Wahl von immer wieder x-Werte, bei denen die Funktion den Wert oder annimmt und somit den Tunnel verlässt.
Der Kern
Die formale Bedingung erzwingt, dass die Funktion ab einem bestimmten Punkt auf der x-Achse in einem beliebig schmalen Schlauch gefangen bleibt, was ein ewiges Oszillieren oder Weglaufen logisch ausschliesst. Das liefert uns einen eindeutigen Grenzwert.
Übungen
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Was passiert bei der Funktion für ?
- (a) Die Funktion wächst über alle Grenzen gegen .
- (b) Die Funktion konvergiert gegen .
- (c) Die Funktion oszilliert und hat keinen Grenzwert.
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Warum reicht es beim Gegenbeispiel bei aus, nur die linke Seite zu betrachten, um die Definition 2.1 zu widerlegen?
- (a) Weil die Definition eine Allquantifizierung über alle im -Intervall fordert und ein einziges negatives die Aussage für positive zerstört.
- (b) Weil nicht im Definitionsbereich liegt.
- (c) Weil rechtsseitige Grenzwerte immer endlich sein müssen.