Leibniz-Kriterium
Wie man das Vorzeichen-Ping-Pong bändigt und zeigt, dass eine alternierende Reihe konvergiert.
In diesem Beitrag schauen wir uns an, wie man die Konvergenz von alternierenden Reihen nachweist. Wir prüfen, ob sich die ständigen Vorzeichenwechsel so weit ausgleichen, dass am Ende ein fester Wert herauskommt.
Problemstellung
Untersuche die folgende Reihe auf Konvergenz:
Lösungsansatz
Das Leibniz-Kriterium liefert uns ein Werkzeug für genau solche alternierenden Reihen.
Wir müssen für den nicht-alternierenden Teil der Reihe, also für
Schritt-für-Schritt Lösung
Wir definieren den nicht-alternierenden Anteil der Reihe als
Schritt 1: Positivität
Für alle
Schritt 2: Nullfolge
Wir betrachten den Grenzwert für
Da der Nenner gegen unendlich strebt, geht der Gesamtausdruck gegen null. Die Folge ist somit eine Nullfolge.
Schritt 3: Monotonie
Wir betrachten die zugehörige reelle Funktion
Für alle
Da alle drei Bedingungen (Positivität, Nullfolge, Monotonie) erfüllt sind, konvergiert die gegebene Reihe nach dem Leibniz-Kriterium.
Fazit
Der Umweg über die Ableitung einer stetigen Funktion bewahrt uns bei echten Brüchen mit Wurzeln oft vor aufwendigen algebraischen Abschätzungen bei der Monotonieprüfung.
Weitere Übungen
Hier sind zwei weitere Reihen, an denen du das Leibniz-Kriterium trainieren kannst.
Übung 1
Untersuche die folgende Reihe auf Konvergenz:
Tipp anzeigen
Die Nullfolgeneigenschaft ist hier direkt sichtbar, für die Monotonie reicht eine reine Betrachtung der Wachstumsfaktoren im Nenner ohne Ableitung.Lösung anzeigen
Wir setzen den nicht-alternierenden Teil alsBedingung 1 (Positivität): Für
Bedingung 2 (Nullfolge): Da
Bedingung 3 (Monotonie): Die Funktionen
Da alle drei Voraussetzungen erfüllt sind, konvergiert die Reihe nach dem Leibniz-Kriterium.
Übung 2
Untersuche die folgende Reihe auf Konvergenz:
Tipp anzeigen
Erweitere den Ausdruck in der Klammer mit der dritten binomischen Formel, um einen Bruchterm zu erzeugen, den du leichter auf Monotonie prüfen kannst.Lösung anzeigen
Wir definieren den nicht-alternierenden Teil alsBedingung 1 (Positivität): Der umgeformte Nenner ist eine Summe strikt positiver Terme für
Bedingung 2 (Nullfolge): Wenn
Bedingung 3 (Monotonie): Der Term
Auch hier sind alle Kriterien des Leibniz-Kriteriums erfüllt, die Reihe konvergiert.