Multiple Choice Analysis I
33 Fragen mit ausführlichen Lösungen
Mengen, Supremum und Infimum
Frage 1: Welche Aussage folgt direkt aus der Vollständigkeit der reellen Zahlen ?
- (A) Jedes offene Intervall enthält nur endlich viele rationale Zahlen.
- (B) Jede beschränkte monotone Folge in konvergiert in .
- (C) Jede beschränkte Teilmenge von hat ein Supremum in .
- (D) Jede Folge hat eine konvergente Teilfolge.
Frage 2: Was ist das Supremum der Menge ?
- (A)
- (B)
- (C)
- (D)
Frage 3: Betrachten Sie die Menge . Welche Aussage ist korrekt?
- (A) Die Menge ist unbeschränkt.
- (B) Das Minimum von ist .
- (C) Das Supremum von ist .
- (D) Die Menge ist beschränkt.
Frage 4: Was ist das Infimum der Menge ? (Dabei ist .)
- (A)
- (B)
- (C)
- (D) Existiert nicht.
Frage 5: Welche Eigenschaft hat eine beschränkte und nicht-leere Teilmenge von immer?
- (A) Ein Maximum in .
- (B) Eine kleinste obere Schranke (Supremum) in .
- (C) Nur rationale Häufungspunkte.
- (D) Sie ist immer ein abgeschlossenes Intervall.
Komplexe Zahlen
Frage 6: Wie viele verschiedene Lösungen hat die Gleichung ?
- (A)
- (B)
- (C)
- (D) Unendlich viele.
Frage 7: Wie viele Lösungen hat die Gleichung in für ?
- (A)
- (B)
- (C)
- (D) Unendlich viele.
Frage 8: Welchen Wert hat die Reihe ?
- (A)
- (B)
- (C)
- (D)
Frage 9: Was gilt für den Betrag einer konvergenten komplexen Folge?
- (A) Die Folge der Beträge konvergiert in .
- (B) Die Beträge müssen alle gleich sein.
- (C) Der Betrag divergiert immer.
- (D) Der Betrag ist immer rein imaginär.
Folgen und Konvergenz
Frage 10: Was ist die formale Bedeutung von ?
- (A)
- (B)
- (C)
- (D)
Frage 11: Welche Bedingung erfüllt eine reelle Folge nach dem Cauchy-Kriterium?
- (A)
- (B)
- (C)
- (D)
Frage 12: Was ist der Grenzwert der Folge ?
- (A)
- (B)
- (C)
- (D)
Frage 13: Wahr oder Falsch: Jede beschränkte Folge reeller Zahlen hat einen Grenzwert.
- (A) Wahr
- (B) Falsch
Frage 14: Welche Aussage über monotone Folgen ist korrekt?
- (A) Falls monoton steigend ist, ist monoton fallend.
- (B) Jede monotone Folge konvergiert.
- (C) Eine Folge konvergiert genau dann, wenn sie beschränkt ist.
- (D) Monotone Folgen sind immer unbeschränkt.
Frage 15: Berechnen Sie .
- (A)
- (B)
- (C)
- (D)
Frage 16: Was ist der Grenzwert von für ?
- (A)
- (B)
- (C)
- (D) Existiert nicht.
Frage 17: Die Folge und konvergiert gegen:
- (A)
- (B)
- (C)
- (D) Divergiert.
Frage 18: Berechnen Sie .
- (A)
- (B)
- (C)
- (D)
Frage 19: Es sei eine konvergente reelle Folge. Welche der folgenden Aussagen folgt daraus?
- (A) Jede monotone Teilfolge konvergiert.
- (B) Es existiert ein Häufungspunkt.
- (C) Jede konvergente Teilfolge hat denselben Grenzwert.
- (D) Die Folge ist nicht monoton.
Häufungspunkte, Limes Superior und Inferior
Frage 20: Bestimmen Sie für .
- (A)
- (B)
- (C)
- (D)
Frage 21: Was ist für ?
- (A)
- (B)
- (C)
- (D) Existiert nicht.
Frage 22: Eine Folge konvergiert gegen genau dann, wenn:
- (A) .
- (B) Sie beschränkt ist.
- (C) Sie mindestens einen Häufungspunkt hat.
- (D) endlich ist.
Frage 23: Betrachten Sie . Welche Aussage über den Limes superior ist wahr?
- (A) .
- (B) .
- (C) .
- (D) Die Folge hat keinen Limes superior.
Frage 24: Wahr oder Falsch: Jede beschränkte Folge hat endlich viele Häufungspunkte.
- (A) Wahr
- (B) Falsch
Konvergenz von Reihen
Frage 25: Untersuchen Sie auf Konvergenz.
- (A) Konvergiert absolut.
- (B) Konvergiert, aber nicht absolut.
- (C) Divergiert.
- (D) Ist eine Teleskopsumme.
Frage 26: Was besagt das Wurzelkriterium für ?
- (A) Die Reihe konvergiert absolut.
- (B) Die Reihe divergiert.
- (C) Es erlaubt keinen Schluss.
- (D) Die Reihe ist eine Nullfolge.
Frage 27: Wenn absolut konvergiert, dann:
- (A) Konvergiert auch .
- (B) Divergiert .
- (C) Muss monoton sein.
- (D) Ist die Folge unbeschränkt.
Frage 28: Die Reihe konvergiert:
- (A) Nicht.
- (B) Absolut.
- (C) Nur bedingt.
- (D) Gegen .
Stetigkeit und Zwischenwertsatz
Frage 29: Sei stetig. Welche Aussage ist immer wahr?
- (A) ist konstant.
- (B) Es gibt ein mit .
- (C) ist injektiv.
- (D) hat keine Maximalstelle.
Frage 30: Wenn eine stetige Funktion bijektiv ist, dann ist sie:
- (A) Konstant.
- (B) Streng monoton.
- (C) Unbeschränkt.
- (D) Periodisch.
Frage 31: Was garantiert der Zwischenwertsatz für eine stetige Funktion mit und ?
- (A) Es gibt ein mit .
- (B) ist monoton fallend.
- (C) hat ein Maximum bei .
- (D) ist differenzierbar.
Frage 32: Eine Funktion ist stetig, wenn:
- (A) Für jede konvergente Folge in konvergiert und .
- (B) stetig ist.
- (C) differenzierbar ist.
- (D) Sie monoton ist.
Potenzreihen
Frage 33: Welchen Konvergenzradius hat die Potenzreihe ?
- (A)
- (B)
- (C)
- (D)
Ausführliche Lösungen
Hier arbeiten wir jede Wahl in Ruhe mit der gleichen Tonalität wie in den übrigen Analysis-1-Texten: du prüfst die Definitionen, verwirfst falsche Möglichkeiten und hältst am Schluss explizit fest, welche Antwort passt.
Mengen, Supremum und Infimum
Frage 1: Lösung anzeigen
Antwort: (B). Vollständigkeit von ist unter anderem dazu äquivalent, dass jede nicht-leere, nach oben beschränkte Menge in ein Supremum besitzt. Daraus folgt direkt, dass jede beschränkte, monotone reelle Folge in konvergiert, also stimmt (B). Option (A) ist falsch, weil jedes offene reelle Intervall abzählbar viele rationale Zahlen enthält. (C) scheitert, weil das Supremum einer in beschränkten Menge in liegen kann, aber keines in . (D) passiert eher zum Satz von Bolzano-Weierstrass für beschränkte Folgen, nicht unmittelbar zur Formulierung der Vollständigkeit.
Frage 2: Lösung anzeigen
Antwort: (C). Die Bedingung bedeutet . Die Menge ist also das offene Intervall , und das Supremum ist der rechte Randpunkt: .
Frage 3: Lösung anzeigen
Antwort: (D). Teilmenge 1, nämlich für , liefert Werte in . Teilmenge 2, nämlich , liefert Werte in , wobei das Maximum 2 für angenommen wird. Alles liegt in , also ist beschränkt, und (D) trifft zu. (A) und (B) sind falsch. Auch (C) ist wahr, weil ; in einer Einfachauswahl ist hier typischerweise (D) als allein richtig markierbar, falls die Aufgabe so gestellt war.
Frage 4: Lösung anzeigen
Antwort: (B). Wir fassen die Differenz der Brüche zusammen: Für wachsendes wird der Subtrahend kleiner, also wächst der Ausdruck. Das Infimum, also der kleinste Wert, wird an der kleinsten vorkommenden Stelle angenommen, und das ist
Frage 5: Lösung anzeigen
Antwort: (B). Jede nicht-leere, nach oben beschränkte Teilmenge von besitzt in ein Supremum. Dazu braucht es ein Maximum in der Menge selbst nicht, etwa bei offenen Intervallen, daher fällt (A) weg. (C) und (D) passen ganz allgemein nicht.
Komplexe Zahlen
Frage 6: Lösung anzeigen
Antwort: (B). Ein Produkt in ist null, wenn mindestens ein Faktor null ist. Wegen folgt daraus , also . Nur erfüllt in , unabhängig von der Zahl 2025 im Exponenten. Also gibt es genau eine Lösung.
Frage 7: Lösung anzeigen
Antwort: (B). Setze . Dann muss gelten. Dazu wählst du in die verschiedenen -ten Wurzeln von und rechnest jeweils aus zurück, also bekommst du genau Lösungen für .
Frage 8: Lösung anzeigen
Antwort: (A). Die Summe ist die Exponentialreihe, die für alle gegen konvergiert. Mit ist Das kennzeichnet Option (A).
Frage 9: Lösung anzeigen
Antwort: (A). Der Betrag ist auf stetig. Wenn in , strebt also . Die übrigen Optionen widersprichst du mit einfachen Beispielen, etwa der Nullfolge.
Folgen und Konvergenz
Frage 10: Lösung anzeigen
Antwort: (B). Dass gegen strebt, heisst: Zu jeder reellen Schranke, egal wie negativ, liegen fast alle darunter. Mathematisch: zu jedem existiert , sodass für alle gilt . In den Antworten bleibt (B) übrig, wenn du erlaubst. (A) beschreibt Konvergenz der Folge zu , (C) und (D) vertauschen All- und Existenzquantoren und sind falsch.
Frage 11: Lösung anzeigen
Antwort: (A). Genau so liest man das Cauchy-Kriterium in : zu jedem findest du ein , sodass für alle und ab diesem Index die Abstandsbedingung gilt. In (B) bis (D) weicht etwas ab: ist zu schwach, die Reihenfolge der Teile 'für alle' und 'es gibt' ist falsch, oder der Abstand wird in die falsche Richtung verlangt.
Frage 12: Lösung anzeigen
Antwort: (C). Schreibe als und wende den Fundamentallimes an: mit , also Grenzwert .
Frage 13: Lösung anzeigen
Antwort: (B) falsch. Die alternierende Folge ist beschränkt, besitzt aber keinen Limes, weil sie zwischen und springt. Beschränktheit reicht in nicht, Konvergenz liefert erst zusätzliches, etwa Monotonie mit Beschränkung oder der Satz von Bolzano-Weierstrass für Häufungspunkte, aber nicht jede beschränkte Folge konvergiert.
Frage 14: Lösung anzeigen
Antwort: (A). Wenn für alle gilt, folgt daraus , also ist monoton fallend, sobald monoton steigend war. (B) braucht Beschränktheit, (C) und (D) widersprichst du leicht.
Frage 15: Lösung anzeigen
Antwort: (B), wertmässig . Klammer aus: Für nähert sich dem Wert an. Mit folgt
Frage 16: Lösung anzeigen
Antwort: (B) . In rationalen Brüchen, bei denen Zähler- und Nennergrad gleich sind, nimmst du den Grenzwert als Verhältnis der führenden Koeffizienten, also .
Frage 17: Lösung anzeigen
Antwort: (B) . Wenn der Grenzwert wäre und die Rekursion liefern, gilt im Limes wegen Stetigkeit von Wurzel und der rechten Seite und . Quadrieren liefert , also oder ; wegen bleibt .
Frage 18: Lösung anzeigen
Antwort: (A) . Ziehe heraus: Für grosse ist der Klammerausdruck ungefähr , also bleibt ein Produkt, das gegen strebt. Dann wendet du Stetigkeit von an und erhältst .
Frage 19: Lösung anzeigen
Antwort: (C). Wenn in gegen konvergiert, konvergiert jede Teilfolge ebenfalls gegen ; daraus folgt, dass jede konvergente Teilfolge denselben Grenzwert hat. (B) wäre zwar wahr, weil selbst ein Häufungspunkt ist, (C) formuliert die Eigenschaft scharf über alle konvergenten Teilfolgen. (A) und (D) sind allgemein falsch.
Häufungspunkte, Limes Superior und Inferior
Frage 20: Lösung anzeigen
Antwort: (B) . Der Winkel springt in Schritten von ; die Sinuswerte kreisen in einer endlichen Menge, und der grosse sinnvoll vorkommende Wert tritt als auf, nicht .
Frage 21: Lösung anzeigen
Antwort: (C) . Genauso tauchen in dieser gleichen endlichen Sinusmenge Werte ab auf, aber erscheint am Punkt , der hier wegen nicht eingenommen wird.
Frage 22: Lösung anzeigen
Antwort: (A). Eine reelle Folge strebt genau gegen , wenn gilt. Allein aus Beschränktheit, dem Vorliegen von Häufungspunkten oder ähnlichem folgt Konvergenz noch nicht.
Frage 23: Lösung anzeigen
Antwort: (B) . Für gerade ergibt sich Für ungerade lautet der zweite Bruch Die Teilfolge zu geraden liefert Werte nahe , jene zu ungeraden geht gegen . Also ist der Limes superior positiv, und (B) stimmt.
Frage 24: Lösung anzeigen
Antwort: (B) falsch. Wähle . Sicher ist , also ist beschränkt. Ohne tiefen Beweis: die Werte liegen in dicht, in jedem echten Teilintervall von passiert die Folge unendlich oft vorbei, und damit hat sie jeden Wert in als Häufungspunkt, also unendlich viele, nicht endlich. Die Aussage in der Frage trifft also nicht einmal auf diese ganz zahme, beschränkte Sinusfolge zu.
Konvergenz von Reihen
Frage 25: Lösung anzeigen
Antwort: (C) divergiert. Die Summanden erfüllen für . Damit bilden sie keine Nullfolge, und nach dem Trivialkriterium kann die zugehörige Reihe nicht konvergieren.
Frage 26: Lösung anzeigen
Antwort: (C). Wenn du setzt, rechnen die -ten Wurzeln gemäss Wurzelkriterium . An der Grenze entscheidet das Wurzelkriterium vorsichtig keinen Konvergenz- oder Divergenzschluss, solange du ausschliesslich diesen Grenzwert betrachtest. Nebenbei strebt der Summand wegen selbst nicht gegen , womit die Reihe ohnehin divergiert. Die Frage will aber wissen, was aus dem Wurzelkriterium an dieser Stelle folgt, und dazu passt (C).
Frage 27: Lösung anzeigen
Antwort: (A). Wenn konvergiert, konvergiert in oder in schlicht deshalb, weil absolute Konvergenz in dieser Vorlesung genau dazu definiert ist, und aus folgt stets die Konvergenz von .
Für (B) reicht für alle oder : die absolute Reihe konvergiert, und konvergiert ebenfalls, divergiert also nicht. (C) fällt mit : wechselt, ist nicht monoton, trotzdem absolut. (D) geht so nicht: Wenn die Reihe der Beträge endlichen Wert hat, muss , also ist beschränkt, etwa ab passendem Index, nicht unbeschränkt.
Frage 28: Lösung anzeigen
Antwort: (B) absolut. Zuerst die Betragsglieder, mit im Zähler: Faktor im Nenner aus: Für grosse ist , also ist der zweite Faktor nahe und sobald so gross ist, dass gilt. Zum Ziel: zeige, dass so stark abnimmt, dass der Ausdruck oberhalb einer Stelle die Glieder dominiert, denn ist eine konvergente geometrische Reihe. Dazu: der Quotient denn wächst schnell negativ. Also liegt der Betragssummand schliesslich unter , und ab einem Index liefert der Majorantenvergleich mit die absolute Konvergenz.
Stetigkeit und Zwischenwertsatz
Frage 29: Lösung anzeigen
Antwort: (B) Fixpunkt. Setze . Dann ist stetig, es gilt und , weil Werte in annimmt. Der Zwischenwertsatz liefert ein mit , also . Die übrigen Optionen widersprichst du bekannten Gegenbeispielen.
Frage 30: Lösung anzeigen
Antwort: (B) streng monoton. Eine stetige Funktion kann umkehrbar nur sein, wenn sie auf ganz entweder streng zunimmt oder streng abnimmt, sonst gäbe es einen Wert, den mindestens zweimal annimmt, und wäre nicht injektiv. (A) und (D) widersprechen allgemein der Bijektivität bzw. der Monotonie.
Frage 31: Lösung anzeigen
Antwort: (A). Eine stetige Funktion nimmt jede reelle Zahl zwischen zwei Funktionswerten an, sofern sie zwischen den Argumenten liegt. Weil zwischen und sitzt, existiert im offenen Intervall mit .
Frage 32: Lösung anzeigen
Antwort: (A). Stetigkeit auf darf man mit Folgen fassen: aus folgt , genau wie in (A) formuliert. (B) trifft nicht zu: Aus Stetigkeit von folgt nicht Stetigkeit von . (C) und (D) gelten weder nötig noch allgemein.
Potenzreihen
Frage 33: Lösung anzeigen
Antwort: (B) . Mit den Koeffizienten gibt der Quotient für . Daraus liest man absolut Konvergenz für ab, also beträgt der Konvergenzradius .