Multiple Choice Analysis I

33 Fragen mit ausführlichen Lösungen

Mengen, Supremum und Infimum

Frage 1: Welche Aussage folgt direkt aus der Vollständigkeit der reellen Zahlen R\mathbb{R}?

  • (A) Jedes offene Intervall enthält nur endlich viele rationale Zahlen.
  • (B) Jede beschränkte monotone Folge in R\mathbb{R} konvergiert in R\mathbb{R}.
  • (C) Jede beschränkte Teilmenge von Q\mathbb{Q} hat ein Supremum in Q\mathbb{Q}.
  • (D) Jede Folge hat eine konvergente Teilfolge.

Frage 2: Was ist das Supremum der Menge S={xRx2<3}S = \{x \in \mathbb{R} \mid x^2 < 3\}?

  • (A) 33
  • (B) 2\sqrt{2}
  • (C) 3\sqrt{3}
  • (D) ++\infty

Frage 3: Betrachten Sie die Menge A={11nnN}{n+1nnN}A = \{1 - \frac{1}{n} \mid n \in \mathbb{N}\} \cup \{\frac{n+1}{n} \mid n \in \mathbb{N}\}. Welche Aussage ist korrekt?

  • (A) Die Menge AA ist unbeschränkt.
  • (B) Das Minimum von AA ist 1-1.
  • (C) Das Supremum von AA ist 22.
  • (D) Die Menge AA ist beschränkt.

Frage 4: Was ist das Infimum der Menge A={21n+3+1n+4nN0}A = \{2 - \frac{1}{n+3} + \frac{1}{n+4} \mid n \in \mathbb{N}_0\}? (Dabei ist N0={0,1,2,}\mathbb{N}_0 = \{0,1,2,\dots\}.)

  • (A) 22
  • (B) 213+142 - \frac{1}{3} + \frac{1}{4}
  • (C) 00
  • (D) Existiert nicht.

Frage 5: Welche Eigenschaft hat eine beschränkte und nicht-leere Teilmenge von R\mathbb{R} immer?

  • (A) Ein Maximum in R\mathbb{R}.
  • (B) Eine kleinste obere Schranke (Supremum) in R\mathbb{R}.
  • (C) Nur rationale Häufungspunkte.
  • (D) Sie ist immer ein abgeschlossenes Intervall.

Komplexe Zahlen

Frage 6: Wie viele verschiedene Lösungen zCz \in \mathbb{C} hat die Gleichung (z+π)2025=0(z + \pi)^{2025} = 0?

  • (A) 20252025
  • (B) 11
  • (C) 00
  • (D) Unendlich viele.

Frage 7: Wie viele Lösungen hat die Gleichung (zi)n=e(z - i)^n = e in C\mathbb{C} für nNn \in \mathbb{N}^*?

  • (A) 11
  • (B) nn
  • (C) 00
  • (D) Unendlich viele.

Frage 8: Welchen Wert hat die Reihe n=0+1n!(πi3)n\sum_{n=0}^{+\infty} \frac{1}{n!} \bigl(\frac{\pi i}{3}\bigr)^n?

  • (A) 12+32i\frac{1}{2} + \frac{\sqrt{3}}{2}i
  • (B) 32+12i\frac{\sqrt{3}}{2} + \frac{1}{2}i
  • (C) 1+i1 + i
  • (D) eπ/3e^{\pi/3}

Frage 9: Was gilt für den Betrag an|a_n| einer konvergenten komplexen Folge?

  • (A) Die Folge der Beträge konvergiert in R\mathbb{R}.
  • (B) Die Beträge müssen alle gleich 11 sein.
  • (C) Der Betrag divergiert immer.
  • (D) Der Betrag ist immer rein imaginär.

Folgen und Konvergenz

Frage 10: Was ist die formale Bedeutung von limnan=\lim\limits_{n \to \infty} a_n = -\infty?

  • (A) ε>0,NN,nN:an<ε\forall \varepsilon > 0, \exists N \in \mathbb{N}, \forall n \geq N: |a_n| < \varepsilon
  • (B) T1,N1,nN:an<T\forall T \geq 1, \exists N \geq 1, \forall n \geq N: a_n < -T
  • (C) NN,KN,nN:anK\forall N \in \mathbb{N}, \exists K \in \mathbb{N}, \forall n \geq N: a_n \leq -K
  • (D) NN,T1,nN:an<T\exists N \in \mathbb{N}, \forall T \geq 1, \forall n \geq N: a_n < -T

Frage 11: Welche Bedingung erfüllt eine reelle Folge (an)(a_n) nach dem Cauchy-Kriterium?

  • (A) ε>0,N1,nN,mN:anam<ε\forall \varepsilon > 0, \exists N \geq 1, \forall n \geq N, \forall m \geq N: |a_n - a_m| < \varepsilon
  • (B) ε>0,N1,nN,mN:anam<ε\exists \varepsilon > 0, \exists N \geq 1, \forall n \geq N, \forall m \geq N: |a_n - a_m| < \varepsilon
  • (C) ε>0,N1,nN,mN:anam<ε\forall \varepsilon > 0, \exists N \geq 1, \forall n \geq N, \exists m \geq N: |a_n - a_m| < \varepsilon
  • (D) ε>0,N1,nN,mN:anam>ε\forall \varepsilon > 0, \forall N \geq 1, \forall n \geq N, \forall m \geq N: |a_n - a_m| > \varepsilon

Frage 12: Was ist der Grenzwert der Folge an=(11n)na_n = (1 - \frac{1}{n})^n?

  • (A) ee
  • (B) 00
  • (C) 1/e1/e
  • (D) 11

Frage 13: Wahr oder Falsch: Jede beschränkte Folge reeller Zahlen hat einen Grenzwert.

  • (A) Wahr
  • (B) Falsch

Frage 14: Welche Aussage über monotone Folgen ist korrekt?

  • (A) Falls (an)(a_n) monoton steigend ist, ist (an)(-a_n) monoton fallend.
  • (B) Jede monotone Folge konvergiert.
  • (C) Eine Folge konvergiert genau dann, wenn sie beschränkt ist.
  • (D) Monotone Folgen sind immer unbeschränkt.

Frage 15: Berechnen Sie limn(n4+7n2n2)\lim\limits_{n \to \infty} (\sqrt{n^4 + 7n^2} - n^2).

  • (A) 00
  • (B) 3.53.5
  • (C) 77
  • (D) \infty

Frage 16: Was ist der Grenzwert von an=4n6+5n3n6+2a_n = \frac{4n^6 + 5n}{3n^6 + 2} für nn \to \infty?

  • (A) 5/25/2
  • (B) 4/34/3
  • (C) 00
  • (D) Existiert nicht.

Frage 17: Die Folge a1=2a_1 = \sqrt{2} und an+1=an+2a_{n+1} = \sqrt{a_n + 2} konvergiert gegen:

  • (A) 2\sqrt{2}
  • (B) 22
  • (C) 11
  • (D) Divergiert.

Frage 18: Berechnen Sie limnexp(9n13n)\lim\limits_{n \to \infty} \exp(\sqrt{9n - 1} - 3\sqrt{n}).

  • (A) 11
  • (B) e3e^3
  • (C) 00
  • (D) e1e^{-1}

Frage 19: Es sei (an)(a_n) eine konvergente reelle Folge. Welche der folgenden Aussagen folgt daraus?

  • (A) Jede monotone Teilfolge konvergiert.
  • (B) Es existiert ein Häufungspunkt.
  • (C) Jede konvergente Teilfolge hat denselben Grenzwert.
  • (D) Die Folge ist nicht monoton.

Häufungspunkte, Limes Superior und Inferior

Frage 20: Bestimmen Sie lim supnan\limsup\limits_{n \to \infty} a_n für an=sin(nπ/3)a_n = \sin(n\pi/3).

  • (A) 11
  • (B) 3/2\sqrt{3}/2
  • (C) 1/21/2
  • (D) 00

Frage 21: Was ist lim infnan\liminf\limits_{n \to \infty} a_n für an=sin(nπ/3)a_n = \sin(n\pi/3)?

  • (A) 1-1
  • (B) 00
  • (C) 3/2-\sqrt{3}/2
  • (D) Existiert nicht.

Frage 22: Eine Folge (an)(a_n) konvergiert gegen aa genau dann, wenn:

  • (A) lim infan=lim supan=a\liminf a_n = \limsup a_n = a.
  • (B) Sie beschränkt ist.
  • (C) Sie mindestens einen Häufungspunkt hat.
  • (D) lim supan\limsup a_n endlich ist.

Frage 23: Betrachten Sie an=1+(1)n+1/n2+(1)na_n = 1 + \frac{(-1)^n + 1/n}{2 + (-1)^n}. Welche Aussage über den Limes superior ist wahr?

  • (A) lim supan=0\limsup a_n = 0.
  • (B) lim supan>0\limsup a_n > 0.
  • (C) lim supan=\limsup a_n = -\infty.
  • (D) Die Folge hat keinen Limes superior.

Frage 24: Wahr oder Falsch: Jede beschränkte Folge hat endlich viele Häufungspunkte.

  • (A) Wahr
  • (B) Falsch

Konvergenz von Reihen

Frage 25: Untersuchen Sie n=1enn2018\sum_{n=1}^\infty \frac{e^n}{n^{2018}} auf Konvergenz.

  • (A) Konvergiert absolut.
  • (B) Konvergiert, aber nicht absolut.
  • (C) Divergiert.
  • (D) Ist eine Teleskopsumme.

Frage 26: Was besagt das Wurzelkriterium für (nn+1)n\sum (\frac{n}{n+1})^n?

  • (A) Die Reihe konvergiert absolut.
  • (B) Die Reihe divergiert.
  • (C) Es erlaubt keinen Schluss.
  • (D) Die Reihe ist eine Nullfolge.

Frage 27: Wenn an\sum a_n absolut konvergiert, dann:

  • (A) Konvergiert auch an\sum a_n.
  • (B) Divergiert an2\sum a_n^2.
  • (C) Muss ana_n monoton sein.
  • (D) Ist die Folge ana_n unbeschränkt.

Frage 28: Die Reihe n=1(1)n(n+1)5enen2n\sum_{n=1}^\infty \frac{(-1)^n(n+1)^5 e^n}{e^{n^2}-n} konvergiert:

  • (A) Nicht.
  • (B) Absolut.
  • (C) Nur bedingt.
  • (D) Gegen \infty.

Stetigkeit und Zwischenwertsatz

Frage 29: Sei f:[0,1][0,1]f: [0,1] \to [0,1] stetig. Welche Aussage ist immer wahr?

  • (A) ff ist konstant.
  • (B) Es gibt ein xx mit f(x)=xf(x) = x.
  • (C) ff ist injektiv.
  • (D) ff hat keine Maximalstelle.

Frage 30: Wenn eine stetige Funktion f:RRf: \mathbb{R} \to \mathbb{R} bijektiv ist, dann ist sie:

  • (A) Konstant.
  • (B) Streng monoton.
  • (C) Unbeschränkt.
  • (D) Periodisch.

Frage 31: Was garantiert der Zwischenwertsatz für eine stetige Funktion ff mit f(1)=2f(1)=2 und f(3)=1f(3)=-1?

  • (A) Es gibt ein t(1,3)t \in (1,3) mit f(t)=0f(t)=0.
  • (B) ff ist monoton fallend.
  • (C) ff hat ein Maximum bei x=2x=2.
  • (D) ff ist differenzierbar.

Frage 32: Eine Funktion f:[a,b]Rf: [a,b] \to \mathbb{R} ist stetig, wenn:

  • (A) Für jede konvergente Folge (xn)(x_n) in [a,b][a,b] konvergiert (f(xn))(f(x_n)) und limf(xn)=f(limxn)\lim f(x_n) = f(\lim x_n).
  • (B) f|f| stetig ist.
  • (C) f2f^2 differenzierbar ist.
  • (D) Sie monoton ist.

Potenzreihen

Frage 33: Welchen Konvergenzradius hat die Potenzreihe n=1(3n)!(n!)3zn\sum_{n=1}^\infty \frac{(3n)!}{(n!)^3} z^n?

  • (A) 1/31/3
  • (B) 1/271/27
  • (C) ee
  • (D) 11

Ausführliche Lösungen

Hier arbeiten wir jede Wahl in Ruhe mit der gleichen Tonalität wie in den übrigen Analysis-1-Texten: du prüfst die Definitionen, verwirfst falsche Möglichkeiten und hältst am Schluss explizit fest, welche Antwort passt.

Mengen, Supremum und Infimum

Frage 1: Lösung anzeigen

Antwort: (B). Vollständigkeit von R\mathbb{R} ist unter anderem dazu äquivalent, dass jede nicht-leere, nach oben beschränkte Menge in R\mathbb{R} ein Supremum besitzt. Daraus folgt direkt, dass jede beschränkte, monotone reelle Folge in R\mathbb{R} konvergiert, also stimmt (B). Option (A) ist falsch, weil jedes offene reelle Intervall abzählbar viele rationale Zahlen enthält. (C) scheitert, weil das Supremum einer in Q\mathbb{Q} beschränkten Menge in R\mathbb{R} liegen kann, aber keines in Q\mathbb{Q}. (D) passiert eher zum Satz von Bolzano-Weierstrass für beschränkte Folgen, nicht unmittelbar zur Formulierung der Vollständigkeit.

Frage 2: Lösung anzeigen

Antwort: (C). Die Bedingung x2<3x^2 < 3 bedeutet 3<x<3-\sqrt{3} < x < \sqrt{3}. Die Menge SS ist also das offene Intervall (3,3)(-\sqrt{3}, \sqrt{3}), und das Supremum ist der rechte Randpunkt: supS=3\sup S = \sqrt{3}.

Frage 3: Lösung anzeigen

Antwort: (D). Teilmenge 1, nämlich 11/n1 - 1/n für nNn \in \mathbb{N}, liefert Werte in [0,1)[0,1). Teilmenge 2, nämlich (n+1)/n=1+1/n(n+1)/n = 1 + 1/n, liefert Werte in (1,2](1,2], wobei das Maximum 2 für n=1n=1 angenommen wird. Alles liegt in [0,2][0,2], also ist AA beschränkt, und (D) trifft zu. (A) und (B) sind falsch. Auch (C) ist wahr, weil supA=2\sup A = 2; in einer Einfachauswahl ist hier typischerweise (D) als allein richtig markierbar, falls die Aufgabe so gestellt war.

Frage 4: Lösung anzeigen

Antwort: (B). Wir fassen die Differenz der Brüche zusammen: 21n+3+1n+4=21(n+3)(n+4).2 - \frac{1}{n+3} + \frac{1}{n+4} = 2 - \frac{1}{(n+3)(n+4)}. Für wachsendes nn wird der Subtrahend 1/((n+3)(n+4))1/((n+3)(n+4)) kleiner, also wächst der Ausdruck. Das Infimum, also der kleinste Wert, wird an der kleinsten vorkommenden Stelle n=0n=0 angenommen, und das ist 213+14.2 - \frac{1}{3} + \frac{1}{4}.

Frage 5: Lösung anzeigen

Antwort: (B). Jede nicht-leere, nach oben beschränkte Teilmenge von R\mathbb{R} besitzt in R\mathbb{R} ein Supremum. Dazu braucht es ein Maximum in der Menge selbst nicht, etwa bei offenen Intervallen, daher fällt (A) weg. (C) und (D) passen ganz allgemein nicht.

Komplexe Zahlen

Frage 6: Lösung anzeigen

Antwort: (B). Ein Produkt in C\mathbb{C} ist null, wenn mindestens ein Faktor null ist. Wegen 2025>02025>0 folgt daraus z+π=0z+\pi=0, also z=πz=-\pi. Nur z=πz = -\pi erfüllt (z+π)2025=0(z+\pi)^{2025} = 0 in C\mathbb{C}, unabhängig von der Zahl 2025 im Exponenten. Also gibt es genau eine Lösung.

Frage 7: Lösung anzeigen

Antwort: (B). Setze w=ziw = z - i. Dann muss wn=ew^n = e gelten. Dazu wählst du in C\mathbb{C} die nn verschiedenen nn-ten Wurzeln von ee und rechnest jeweils zz aus w=ziw = z - i zurück, also bekommst du genau nn Lösungen für zz.

Frage 8: Lösung anzeigen

Antwort: (A). Die Summe n=0znn!\sum_{n=0}^\infty \frac{z^n}{n!} ist die Exponentialreihe, die für alle zCz \in \mathbb{C} gegen eze^z konvergiert. Mit z=πi3z = \frac{\pi i}{3} ist eiπ/3=cosπ3+isinπ3=12+i32.e^{i\pi/3} = \cos\frac{\pi}{3} + i\sin\frac{\pi}{3} = \frac{1}{2} + i\frac{\sqrt{3}}{2}. Das kennzeichnet Option (A).

Frage 9: Lösung anzeigen

Antwort: (A). Der Betrag |\cdot| ist auf C\mathbb{C} stetig. Wenn anaa_n \to a in C\mathbb{C}, strebt also ana|a_n| \to |a|. Die übrigen Optionen widersprichst du mit einfachen Beispielen, etwa der Nullfolge.

Folgen und Konvergenz

Frage 10: Lösung anzeigen

Antwort: (B). Dass ana_n gegen -\infty strebt, heisst: Zu jeder reellen Schranke, egal wie negativ, liegen fast alle ana_n darunter. Mathematisch: zu jedem TT existiert NN, sodass für alle nNn \ge N gilt an<Ta_n < -T. In den Antworten bleibt (B) übrig, wenn du T1T \ge 1 erlaubst. (A) beschreibt Konvergenz der Folge zu 00, (C) und (D) vertauschen All- und Existenzquantoren und sind falsch.

Frage 11: Lösung anzeigen

Antwort: (A). Genau so liest man das Cauchy-Kriterium in R\mathbb{R}: zu jedem ε>0\varepsilon > 0 findest du ein NN, sodass für alle nn und mm ab diesem Index die Abstandsbedingung anam<ε|a_n - a_m| < \varepsilon gilt. In (B) bis (D) weicht etwas ab: NN ist zu schwach, die Reihenfolge der Teile 'für alle' und 'es gibt' ist falsch, oder der Abstand wird in die falsche Richtung verlangt.

Frage 12: Lösung anzeigen

Antwort: (C). Schreibe (11n)n(1 - \tfrac{1}{n})^n als (1+1n)n(1 + \tfrac{-1}{n})^n und wende den Fundamentallimes an: limn(1+x/n)n=ex\lim\limits_{n \to \infty} (1 + x/n)^n = e^x mit x=1x = -1, also Grenzwert e1=1/ee^{-1} = 1/e.

Frage 13: Lösung anzeigen

Antwort: (B) falsch. Die alternierende Folge an=(1)na_n = (-1)^n ist beschränkt, besitzt aber keinen Limes, weil sie zwischen 1-1 und 11 springt. Beschränktheit reicht in R\mathbb{R} nicht, Konvergenz liefert erst zusätzliches, etwa Monotonie mit Beschränkung oder der Satz von Bolzano-Weierstrass für Häufungspunkte, aber nicht jede beschränkte Folge konvergiert.

Frage 14: Lösung anzeigen

Antwort: (A). Wenn anan+1a_n \le a_{n+1} für alle nn gilt, folgt daraus anan+1-a_n \ge -a_{n+1}, also ist (an)(-a_n) monoton fallend, sobald (an)(a_n) monoton steigend war. (B) braucht Beschränktheit, (C) und (D) widersprichst du leicht.

Frage 15: Lösung anzeigen

Antwort: (B), wertmässig 7/2=3.57/2 = 3.5. Klammer n2n^2 aus: n4+7n2n2=n2(1+7n21).\sqrt{n^4 + 7n^2} - n^2 = n^2\left(\sqrt{1 + \frac{7}{n^2}} - 1\right). Für x0x \to 0 nähert sich 1+x1\sqrt{1+x} - 1 dem Wert x/2x/2 an. Mit x=7/n2x = 7/n^2 folgt n2(1+7n21)127=72.n^2 \left(\sqrt{1 + \frac{7}{n^2}} - 1\right) \to \frac{1}{2} \cdot 7 = \frac{7}{2}.

Frage 16: Lösung anzeigen

Antwort: (B) 4/34/3. In rationalen Brüchen, bei denen Zähler- und Nennergrad gleich sind, nimmst du den Grenzwert als Verhältnis der führenden Koeffizienten, also 4/34/3.

Frage 17: Lösung anzeigen

Antwort: (B) 22. Wenn LL der Grenzwert wäre und die Rekursion an+1=an+2a_{n+1} = \sqrt{a_n + 2} liefern, gilt im Limes wegen Stetigkeit von Wurzel und der rechten Seite L=L+2L = \sqrt{L+2} und L0L \ge 0. Quadrieren liefert L2=L+2L^2 = L+2, also L=2L=2 oder L=1L=-1; wegen L0L \ge 0 bleibt L=2L=2.

Frage 18: Lösung anzeigen

Antwort: (A) 11. Ziehe 3n3\sqrt{n} heraus: 9n13n=3n(119n1).\sqrt{9n-1} - 3\sqrt{n} = 3\sqrt{n}\left(\sqrt{1 - \frac{1}{9n}} - 1\right). Für grosse nn ist der Klammerausdruck ungefähr 118n-\frac{1}{18n}, also bleibt ein Produkt, das gegen 00 strebt. Dann wendet du Stetigkeit von exp\exp an und erhältst e0=1e^0=1.

Frage 19: Lösung anzeigen

Antwort: (C). Wenn (an)(a_n) in R\mathbb{R} gegen aa konvergiert, konvergiert jede Teilfolge ebenfalls gegen aa; daraus folgt, dass jede konvergente Teilfolge denselben Grenzwert aa hat. (B) wäre zwar wahr, weil aa selbst ein Häufungspunkt ist, (C) formuliert die Eigenschaft scharf über alle konvergenten Teilfolgen. (A) und (D) sind allgemein falsch.

Häufungspunkte, Limes Superior und Inferior

Frage 20: Lösung anzeigen

Antwort: (B) 3/2\sqrt{3}/2. Der Winkel nπ/3n\pi/3 springt in Schritten von 60°60°; die Sinuswerte kreisen in einer endlichen Menge, und der grosse sinnvoll vorkommende Wert tritt als sin(π/3)=3/2\sin(\pi/3) = \sqrt{3}/2 auf, nicht 11.

Frage 21: Lösung anzeigen

Antwort: (C) 3/2-\sqrt{3}/2. Genauso tauchen in dieser gleichen endlichen Sinusmenge Werte ab sin(π/3)=3/2-\sin(\pi/3) = -\sqrt{3}/2 auf, aber 1-1 erscheint am Punkt π/2-\pi/2, der hier wegen nπ/3n\pi/3 nicht eingenommen wird.

Frage 22: Lösung anzeigen

Antwort: (A). Eine reelle Folge (an)(a_n) strebt genau gegen aRa \in \mathbb{R}, wenn lim infan=lim supan=a\liminf a_n = \limsup a_n = a gilt. Allein aus Beschränktheit, dem Vorliegen von Häufungspunkten oder ähnlichem folgt Konvergenz noch nicht.

Frage 23: Lösung anzeigen

Antwort: (B) lim supan>0\limsup a_n>0. Für gerade nn ergibt sich 1+1+1/n31+13=43.1 + \frac{1+1/n}{3} \to 1 + \frac{1}{3} = \frac{4}{3}. Für ungerade nn lautet der zweite Bruch 1+1+1/n1=1n0.1 + \frac{-1+1/n}{1} = \frac{1}{n} \to 0. Die Teilfolge zu geraden nn liefert Werte nahe 4/34/3, jene zu ungeraden geht gegen 00. Also ist der Limes superior positiv, und (B) stimmt.

Frage 24: Lösung anzeigen

Antwort: (B) falsch. Wähle an=sin(n)a_n = \sin(n). Sicher ist 1an1-1 \le a_n \le 1, also ist (an)(a_n) beschränkt. Ohne tiefen Beweis: die Werte sin(n)\sin(n) liegen in [1,1][-1,1] dicht, in jedem echten Teilintervall von [1,1][-1,1] passiert die Folge unendlich oft vorbei, und damit hat sie jeden Wert in [1,1][-1,1] als Häufungspunkt, also unendlich viele, nicht endlich. Die Aussage in der Frage trifft also nicht einmal auf diese ganz zahme, beschränkte Sinusfolge zu.

Konvergenz von Reihen

Frage 25: Lösung anzeigen

Antwort: (C) divergiert. Die Summanden erfüllen en/n2018e^n / n^{2018} \to \infty für nn \to \infty. Damit bilden sie keine Nullfolge, und nach dem Trivialkriterium kann die zugehörige Reihe nicht konvergieren.

Frage 26: Lösung anzeigen

Antwort: (C). Wenn du an=(n/(n+1))na_n = (n/(n+1))^n setzt, rechnen die nn-ten Wurzeln gemäss Wurzelkriterium ann=n/(n+1)1\sqrt[n]{|a_n|} = n/(n+1) \to 1. An der Grenze 11 entscheidet das Wurzelkriterium vorsichtig keinen Konvergenz- oder Divergenzschluss, solange du ausschliesslich diesen Grenzwert betrachtest. Nebenbei strebt der Summand wegen an1/e0a_n \to 1/e \neq 0 selbst nicht gegen 00, womit die Reihe ohnehin divergiert. Die Frage will aber wissen, was aus dem Wurzelkriterium an dieser Stelle folgt, und dazu passt (C).

Frage 27: Lösung anzeigen

Antwort: (A). Wenn an\sum |a_n| konvergiert, konvergiert an\sum a_n in R\mathbb{R} oder in C\mathbb{C} schlicht deshalb, weil absolute Konvergenz in dieser Vorlesung genau dazu definiert ist, und aus an<\sum |a_n| < \infty folgt stets die Konvergenz von an\sum a_n.

Für (B) reicht an=0a_n = 0 für alle nn oder an=1/2na_n = 1/2^n: die absolute Reihe konvergiert, und an2\sum a_n^2 konvergiert ebenfalls, divergiert also nicht. (C) fällt mit an=(1)n/n2a_n = (-1)^n / n^2: ana_n wechselt, ist nicht monoton, trotzdem 1/n2\sum 1/n^2 absolut. (D) geht so nicht: Wenn die Reihe der Beträge endlichen Wert hat, muss an0a_n \to 0, also ist (an)(a_n) beschränkt, etwa an1|a_n| \le 1 ab passendem Index, nicht unbeschränkt.

Frage 28: Lösung anzeigen

Antwort: (B) absolut. Zuerst die Betragsglieder, mit ene^n im Zähler: (1)n(n+1)5enen2n=(n+1)5enen2n.\left|\frac{(-1)^n (n+1)^5 e^n}{e^{n^2} - n}\right| = (n+1)^5\,\frac{e^n}{e^{n^2} - n}. Faktor en2e^{n^2} im Nenner aus: enen2n=enen2(1nen2)=enn21nen2.\frac{e^n}{e^{n^2} - n} = \frac{e^n}{e^{n^2}\left(1 - n e^{-n^2}\right)} = \frac{e^{n - n^2}}{1 - n e^{-n^2}}. Für grosse nn ist nen20n e^{-n^2} \to 0, also ist der zweite Faktor nahe 11 und (n+1)5enn21nen22(n+1)5enn2(n+1)^5\,\frac{e^{n - n^2}}{1 - n e^{-n^2}} \le 2 (n+1)^5 e^{n - n^2} sobald nn so gross ist, dass 1nen21/21 - n e^{-n^2} \ge 1/2 gilt. Zum Ziel: zeige, dass enn2e^{n - n^2} so stark abnimmt, dass der Ausdruck oberhalb einer Stelle NN die Glieder ene^{-n} dominiert, denn en\sum e^{-n} ist eine konvergente geometrische Reihe. Dazu: der Quotient 2(n+1)5enn2en=2(n+1)5e2nn2=2(n+1)5en(n2)0,\frac{2 (n+1)^5 e^{n - n^2}}{e^{-n}} = 2 (n+1)^5 e^{2n - n^2} = 2 (n+1)^5 e^{-n(n-2)} \to 0, denn n(n2)-n(n-2) \to -\infty wächst schnell negativ. Also liegt der Betragssummand schliesslich unter ene^{-n}, und ab einem Index liefert der Majorantenvergleich mit en\sum e^{-n} die absolute Konvergenz.

Stetigkeit und Zwischenwertsatz

Frage 29: Lösung anzeigen

Antwort: (B) Fixpunkt. Setze g(x)=f(x)xg(x) = f(x) - x. Dann ist gg stetig, es gilt g(0)=f(0)0g(0) = f(0) \ge 0 und g(1)=f(1)10g(1) = f(1) - 1 \le 0, weil ff Werte in [0,1][0,1] annimmt. Der Zwischenwertsatz liefert ein xx mit g(x)=0g(x) = 0, also f(x)=xf(x) = x. Die übrigen Optionen widersprichst du bekannten Gegenbeispielen.

Frage 30: Lösung anzeigen

Antwort: (B) streng monoton. Eine stetige Funktion RR\mathbb{R} \to \mathbb{R} kann umkehrbar nur sein, wenn sie auf ganz R\mathbb{R} entweder streng zunimmt oder streng abnimmt, sonst gäbe es einen Wert, den ff mindestens zweimal annimmt, und ff wäre nicht injektiv. (A) und (D) widersprechen allgemein der Bijektivität bzw. der Monotonie.

Frage 31: Lösung anzeigen

Antwort: (A). Eine stetige Funktion nimmt jede reelle Zahl zwischen zwei Funktionswerten an, sofern sie zwischen den Argumenten liegt. Weil 00 zwischen f(1)=2f(1)=2 und f(3)=1f(3)=-1 sitzt, existiert tt im offenen Intervall (1,3)(1,3) mit f(t)=0f(t) = 0.

Frage 32: Lösung anzeigen

Antwort: (A). Stetigkeit auf [a,b][a,b] darf man mit Folgen fassen: aus xnxx_n \to x folgt f(xn)f(x)f(x_n) \to f(x), genau wie in (A) formuliert. (B) trifft nicht zu: Aus Stetigkeit von f|f| folgt nicht Stetigkeit von ff. (C) und (D) gelten weder nötig noch allgemein.

Potenzreihen

Frage 33: Lösung anzeigen

Antwort: (B) 1/271/27. Mit den Koeffizienten an=(3n)!(n!)3zna_n = \frac{(3n)!}{(n!)^3} z^n gibt der Quotient an+1an27z\left| \frac{a_{n+1}}{a_n} \right| \to 27|z| für nn \to \infty. Daraus liest man absolut Konvergenz für z<1/27|z| < 1/27 ab, also beträgt der Konvergenzradius 1/271/27.